Im Büro war alles aufgearbeitet und so beschloss ich diesen arbeitsfreien Tag zu nutzen, um in die Stadt ins Shoppingcenter zu fahren.

Bereits die Fahrt dorthin versetzte mich in eine ausgeglichene, heitere Stimmung.

Ich kam natürlich nicht umhin in meinem Lieblingsladen etwas zu kaufen. Doch Körpercreme und Duschschaum waren bei mir im täglichen Gebrauch und somit war es ein, für mich, notwendiger Kauf.

Doch jeden anderen Laden konnte ich ohne eine Tüte wieder verlassen. Ich brauchte nichts, somit war es einfach nur ein Genießen des Moments, ein leben im JETZT. Ich berührte verschiedene Sachen, um sie zu spüren und wahrzunehmen. Probierte einen Stimmungsring aus und hatte meine Freude daran, wie er die Farben wechselte.

“Hab Vergnügen mit dir selber und erkenne deine Bedürfnisse an freien Tagen, oder auch nur freien Stunden und natürlich darüber hinaus.”

Es war zur Mittagszeit und im Shoppingcenter stand genug Essensauswahl zur Verfügung. Ich lief nun etwas hungrig und mit wachem Bewusstsein an allen Läden vorbei bis mein Körper mir signalisierte, – Sushi – wäre jetzt genau das Richtige, damit mein Hunger- und Wohlfühlbedürfnis gestillt werden konnte. Jeder Bissen war ein Hochgenuss und selbst das sehr scharfe Wasabi erfreute mich mit jeder Träne, die mir in die Augen schoss.

Ich schlenderte noch etwas herum und wusste bereits, was mir noch gut tun konnte. Somit landete ich am Smoothiestand. Mit einem leckeren Smoothie in der Hand ging ich nach draußen und umrundete, zumindest zur Hälfte, das Shoppingcenter. Die Sonne schien und kein einziger Gedanke kam mir in den Sinn. Vielleicht führst du jetzt an, dass so etwas „alleine“ doch gar keinen Spaß machen kann, dass es langweilig oder blöd ist. Und doch sage ich, aus meiner Erfahrung heraus: Trenne dich von Zeit zu Zeit von sämtlichen Verpflichtungen und verbringe Augenblicke oder Stunden nur mit dir ganz alleine. Denn du bist „All-ein“ und somit finde ich es von Bedeutung dieses Alleinsein zu genießen, zu feiern und lediglich deiner inneren Stimme zu folgen. Nimm wieder Kontakt zu dir selber auf, denn wenn du genau hinschaust, bist „DU“ zunächst der wichtigste Mensch in deinem Leben. Ich sage hier nicht, dass du dich nicht um dein Umfeld kümmern sollst. Doch überlege dir, wer sich um dein Umfeld, seien es deine Kinder, Eltern oder selbst deine Arbeitsstelle kümmert, wenn du stressbedingt völlig ausfällst, sei es durch physische oder psychische Krankheit oder auf eine andere Weise. Schau nach dir und stell dir vor, dass DU deine Umwelt bist, um die es sich zu kümmern gilt.

Wie heißt es schon im Flugzeug? Legen sie sich zunächst selbst die Atemmasken an und kümmern sich dann um die Personen um sie herum. Sehr wahr gesprochen, denn wieviel mehr Menschen kannst du retten, wenn dir nicht nach einem geretteten Leben die Luft ausgeht?

Hab Vergnügen mit dir selber und erkenne deine Bedürfnisse an freien Tagen, oder auch nur freien Stunden und natürlich darüber hinaus.

Du musst es schließlich nicht gleich wie Hape Kerkeling machen, „ich bin dann mal weg“ und auf Pilgerreise gehen. Für mich persönlich ist ein Tag in einem Shoppingcenter bereits ein Ausflug in eine andere Welt, in welcher ich mich wahrnehmen und spüren kann.

- Welche Orte geben dir Ruhe, um dich selber zu spüren?

- Kannst du gut mir dir alleine sein?

- Wenn nicht, frage dich, woran das liegt.

- Kannst du deine innere Stimme hören, die dir sagt welches Bedürfnis gerade gestillt werden möchte?

Probiere es einfach aus und wenn du ganz langsam und im Kleinen anfangen möchtest, zieh dich draußengerecht an und laufe 10 Minuten spazieren. Selbst diese kurze, bewegte Auszeit kann wahre Wunder bewirken.